16. Hildener Jazztagen: „Meetings - NRW & Guests“ 
„Das Beste in der Musik steht nicht in den Noten.“ (Gustav Mahler)
Endlich ist es wieder soweit: Die Hildener Jazztage, seit Jahren eines der renommiertesten Festivals für Freunde akustischer Leckerbissen, laden erneut zum Gipfeltreffen kreativer Klangkünstler. Unter dem Titel „Meetings - NRW & Guests“ präsentiert Peter Baumgärtner, Schlagzeuger und künstlerischer Leiter der Jazztage, vom 31. Mai 2011 bis zum 5. Juni 2011 hochkarätige Instrumentalisten und Vokalartisten der Musikszene Nordrhein-Westfalens und ihre Spielgefährten.

„Viele Musiker aus der ganzen Welt leben und arbeiten in NRW, dadurch ist hier eine der spannendsten Jazzszenen in Europa entstanden“, erklärt Baumgärtner und fährt fort: „Dieses geballte musikalische Potential in all seiner Vielfalt samt seinen nationalen und internationalen Verknüpfungen bringen wir ausschnittsweise in Hilden auf die Bühne.“
Hilden wird so während der Jazztage zum Treffpunkt der NRW Jazzszene samt Gästen. Hörbar gemacht werden ein facettenreiches Panorama der NRW-Szene, erstmalige Begegnungen u.a. von Musikern aus Polen und NRW, ein 40-jähriges Bandjubiläum sowie Treffen von etablierten Jazzcats mit ihren noch jüngeren Kollegen. Bereichert wird das Festivalprogramm durch einen Jazz Workshop für Schüler.
Übrigens: 7 Konzerte der Jazztage werden vom mitgeschnitten.
Die erste Musikerbegegnung findet am Dienstag, dem 31. Mai, um 20.00 Uhr im „Kunstraum Gewerbepark-Süd“ an der Hofstraße 64 statt: Das Atom String Quartet aus Polen, ein Streichquartett, das Jazz spielt, tritt gemeinsam mit Mathias Haus und Rupert Stamm, zwei der besten Vibraphonisten Deutschlands, auf. Das Publikum erwartet ein Konzert voller Eigenständigkeit, virtuoser Spielfreude und vibrierender Klangfülle auf höchstem künstlerischen Niveau.
„Let´s Groove“ lautet die Aufforderung am Mittwoch, dem 1. Juni, ab 20.30 Uhr im Jugendtreff Area 51 an der Furtwänglerstraße 2 b. Basis der Band „Milkyway Ride“ ist ein Orgeltrio um den Organisten Ali Krause, den Gitarristen Tino Kahl und den Schlagzeuger Paul Stephan Tetzlaff. In Hilden wird die Band durch den Kölner Leadtrompeter Florian Esch und der in Paris lebenden Sängerin Tsega Tebege ergänzt. Tebege, die nach eigener Aussage bereits im Alter von vier Jahren Sängerin werden wollte, schloss sich erst verschiedenen Gospel-Chören an und entdeckte dann ihre Liebe zum Jazz. Kritiker rühmen ihr Charisma, ihr Timing und ihr Feeling, aus einem guten Song guten Jazz zu machen. Beim zweiten Act des Abends, der Formation „Knee Deep“ wird´s richtig groovy. Saxophon-Legende Malcolm „Molly“ Duncan, der mittlerweile in Bocholt lebt, sorgt mit seinem aktuellen Projekt, das er zusammen mit dem Erftstädter Produzenten und Keyborder Martin Ernst umsetzt, für schweißtreibende Rhythmen und brodelnde Club-Atmosphäre. Knee Deep präsentiert eine scharfe Mixtur aus Funk, Jazz und Soul, die direkt in die Beine geht. Wer hier nicht tanzt, ist selber schuld!
Meeting 5 – unter diesem Namen treffen sich der berühmte Vibraphonist Wolfgang Lackerschmid, der schon mit Jazz-Ikone Chet Baker getourt hat, Bassist Gunnar Plümer, Gitarrist Jean-Pierre Froehly, der Niederländer Hendrik Meurkens mit seiner Mundharmonika und der künstlerische Leiter der Hildener Jazztage Peter Baumgärtner am Schlagwerk zu einer spannenden Reise in die vielschichtigen Klangwelten Osteuropas. Am Donnerstag, dem 2. Juni, liefern die fünf Ausnahmemusiker im Park des „Haus Horst“ an der Horster Allee ab 15 Uhr eindrucksvoll den Beweis, dass das Beste in der Musik tatsächlich nicht in den Noten steht.
Einen ganz besondereren Genuss für Ohren und Augen bietet anschließend die in Essen lebende Kubanerin Addys D´Mercedes und ihre Musiker. Jenseits von Kubanostalgie begeistert das „Stimmwunder“ mit Eigenkompositionen aus ihrer karibischen Heimat. Die Sängerin und Songwriterin verbindet traditionelle kubanische Elemente wie Chachacha, Rumba und Son mit Salsa, packenden Dancefloor-Beats und rockigen Tönen versetzt mit einer Prise Jazz. Nach Tourneen und Konzerten u.a. mit Legenden wie Eric Clapton, Bob Geldorf und Ringo Starr nimmt Addys D´Mercedes zur Zeit ihr drittes Album auf. Fans von Sonne, Strand und Caipirinha sollten den Auftritt von Gente Fina (dt: Feine Leute) um 19.30 Uhr in der Gottschalksmühle, Mühle 64 auf keinen Fall versäumen. Die junge Formation um die in Köln lebende Brasilianerin Vanessa Oliveira, die es von Salvador de Bahia an den Rhein zog, bringt mit ihrem Programm aus jazzigem Samba und Bossa Nova authentisches Copacabana-Feeling mit hohem Fernwehfaktor nach Hilden.
Um 19.00 Uhr gibt der Trompeter Markus Stockhausen mit seinem Trio Lichtblick in der Reformationskirche am Alten Markt ein Sonderkonzert. Geprägt durch die europäische Kunstmusik entwirft der WDR–Jazzpreisträger und Sohn des weltberühmten Komponisten Karlheinz Stockhausen mit seinem Instrument faszinierende akustische Räume zwischen Klassik und Jazz. Ein Besuch dieses musikalischen Hochamts verspricht reine Klangschönheit in feierlicher Umgebung.
Am Freitag, dem 3. Juni trumpft ab 19.00 Uhr bei QQTEC an der Forststraße 73 das Hartmut Kracht Trio auf. Kratzbürstig, eigenwillig und augenzwinkernd interpretieren Sänger und Gitarrist Hartmut Kracht, Bassist Stefan Werni und Patrick Hengst an den Drums deutsches Liedgut von Friedrich Hollaender, Theo Mackeben und anderen. "Da wechseln sich rasante, brachiale und kühl konstruierte Fusion-Klänge mit schlanken Wanderungen durch unsterbliche Melodien ab. Patrick Hengst streichelt mit seinem Besen die Snare, während Stefan Werni am Bass sorgsam grundiert, wenn Kracht liebevoll "Ich bin die fesche Lola" intoniert. Die wunderschönen Schwebetöne, die Kracht bei "Wenn ich mir was wünschen dürfte" auf seinem Instrument im Duett mit seinem Bassisten produziert, lassen eine scheinbar längst vergangene Ära im Hier und Heute wieder auferstehen“, schwärmt Kritiker Rolf Thomas in der Fachzeitschrift „Jazzthing“. WDR 3 Mitschnitt
Nach dem Abstecher in die Goldenen Zwanziger können sich die Zuhörer auf erfrischend vitalen, akustischen Modern Jazz vom Düsseldorfer Engstfeld/Weiss-Quartett freuen. Tenorsaxophonist Wolfgang Engstfeld und Schlagzeuger Peter Weiss arbeiten – in verschiedenen Besetzungen – seit vier Jahrzehnten miteinander. Beeinflusst von Hardbob, Latin Jazz und freien rhythmischen Strukturen ziehen sie weite Melodie- und Rhythmusbögen, erzeugen ein immenses Maß an Spannung und zelebrieren jazz. Geadelt wird das Konzert durch ein WDR 3 Mitschnitt.
Anschließend entführt die Hannah Köpf Band das Publikum mit einer zeitlosen Mischung aus Jazz, Pop und klassischen Singer/Songwriter-Elementen in eine mal herbstlich melancholische, mal heiter sonnige Welt aus Geschichten, die einfach erzählt werden wollen. Hannah Köpf spürt in ihren Texten treffsicher die Wahrheiten des Lebens auf, ohne dabei in Klischees abzugleiten. Ihr zauberhaft klares Timbre, die Freude an der Improvisation sowie ihre ständige Bereitschaft, über den musikalischen Tellerrand zu schauen, machen die junge Sängerin und die preisgekrönten Musiker ihres Ensembles zu einer echten Entdeckung. Auch dieses wird von WDR 3 mitgeschnitten.
Ab ca. 23.00 Uhr findet im „Blue Note“ im Hotel am Stadtpark an der Klotzstraße 22 eine „Open Session“ statt, deren Teilnehmer noch nicht feststehen. Aufregende musikalischen Begegnungen sind in jedem Fall zu erwarten!
Moderner Big-Band-Sound steht am Samstag, dem 4. Juni, um 19.30 Uhr beim Auftakt zur „Stadthallennacht“ auf dem Programm, wenn in der Stadthalle Hilden am Fritz-Gressard-Platz 1 das Thoneline Orchestra unter Leitung der preisgekrönten Komponistin und Saxophonistin Caroline Thon zum mitswingen bittet. Reichtum an Klangfarben, ein gelungenes Wechselspiel von komplexen Themen und ein großer improvisatorischer Freiraum für die einzelnen Musiker kennzeichnen den sehr persönlichen Stil der Künstlerin. Caroline Thon, die an der Musikhochschule Köln studierte und 2008 das Thoneline Orchestra gründete, zeigt mit unbändiger Spielfreude und viel Lust am Experiment, wie innovativ und vital Big-Band-Jazz heute sein kann. Das Konzert wird vom WDR 3 Hörfunk mitgeschnitten. Sponsored by 3M
Im Anschluss begegnen sich der Gitarrist und Sänger Peter Fessler und die amerikanische Schlagzeuglegende Danny Gottlieb. Fessler wurde in den achtziger Jahren mit der Band „Trio Rio“ und dem Hit „New York – Rio – Tokio” international bekannt. Danach galt seine musikalische Liebe vor allem dem Bossa Nova und dem Jazz – inzwischen gilt er unter Kennern als eine der vielseitigsten und ausdrucksstärksten Stimme der heimischen Jazz-Szene. Insbesondere sein explosiver Scat-Gesang löst regelmäßig Beifallsstürme aus. Danny Gottlieb, sein kongenialer Partner an diesem Abend, spielte mit nahezu sämtlichen Musikern aus dem Jazz-Olymp. Gary Burton, Pat Metheny, Stan Getz, Gil Evans, Bobby McFerrin und Al Di Meola sind nur einige große Namen, mit denen der begnadete Trommler und Percussionist bereits zusammengearbeitet hat. Die beiden Tonkünstler präsentieren einen Soundkosmos aus brasilianischer Klangzauberei. Sponsored by Qiagen
Anschließend geben sich vier Jazzcats die Ehre, denn für seine Band „Denis Gäbel’s Organ Club“ ist es dem Kölner Saxofonisten Denis Gäbel gelungen, einen einzigartigen Musiker zu gewinnen: Frank Chastenier! Der langjährige Pianist und Organist der „WDR Big Band“ ist mit seinen 42 Jahren fast schon so etwas wie ein Veteran: Seit beinahe dreißig Jahren liebt und lebt er Musik. Wer Chastenier schon einmal live z.B. mit der WDR Big Band oder an der Seite von Till Brönner sehen und hören durfte, weiß wie es sich anfühlt einen wirklichen Vollblutmusiker zu erleben. Mit „Denis Gäbel’s Organ Club“ existiert nun eine Band, in der Chastenier ausschließlich an der Hammond Orgel, einem Instrument, was wie für Ihn gebaut zu sein scheint, zaubert. Zusammen mit Gäbel, Martin Gjakonovski am Kontrabass und Hans Dekker am Schlagzeug kreiert Chastenier hier eine Musik, die Soul und Blues hat, und gleichzeitig Freiraum für modernere Jazzklänge bietet. Der Sound einer echten Hammond ist legendär und wird hier von einem wahren Großmeister bedient!Ein Konzerterlebnis auf höchstem Niveau ist garantiert, wie auch ein Mischnitt des WDR 3 belegt. Sponsored by Sparkasse HRV
Sonntag, der 5. Juni, beginnt mit einem entspannten Matineekonzert bei Mercedes-Brüggemann, Im Hülsenfeld 1. Um 11.00 Uhr entführt uns das Bandprojekt Indigo Jazzlounge in elegant-chillige Soundsphären aus Jazz, Bossa Nova und Akustik-Pop. Sängerin Inga Lühning, Pianist Sebastian Gahler, Nico Brandenburg am Kontrabass sowie René Marx am Schlagzeug verbreiten mit ihrer Musik pure Wohlfühl-Stimmung. Mit Indigo Jazz Lounge sollte jeder Tag beginnen...
Im Park der Capio Klinik an der Hagelkreuzstraße 37 nimmt das siebenköpfige Expeditionsteam mit dem Sänger, Komponisten und Texter Sebastian Dey um 14.00 Uhr sein Publikum mit auf eine genreüberschreitende Erkundungstour zum Mittelpunkt der deutsprachigen Popwelt. Sanfte Latinklänge, durchaus Caféhaus tauglich, wechseln sich ab mit 70er Jahre Retro-Soul und knalligem Partysound, so funky, dass die Füße qualmen. Daneben gibt´s herzzerreißende Balladen, die einem das Wasser in die Augen treiben. Das alles kommt aus dem Ruhrpott, ist hochprofessionell, die Texte sind herausragend und – deutsch!
Ab 15.30 Uhr beschallt die Fusionformation Phishbacher mit dem Keyboarder Walter Fischbacher, Axel Fischbacher an der Gitarre, dem Bassisten Emanuel Stanley und Ulf Stricker am Schlagzeug den Park mit Crossover zwischen Rock und Jazz.
Es folgt um ca. 17.00 Uhr der Openair-Auftritt von BROWNIES COLOURS, dem neuen Quintett des Jazztrompeters und Komponisten Rob Bruynen. Eigenkompositionen mit starken weltmusikalischen Einflüssen, dargeboten mit einer Vielfalt an Instrumenten sowie überschäumender Emotionalität und Energie, kennzeichnen die musikalischen Qualitäten dieser Formation. Rob Bruynen hat jahrelang in der WDR Bigband gespielt; auch seine Zusammenarbeit mit Weltklassemusikern wie Quincy Jones oder Maceo Parker zeichnen ihn aus.
Ebenfalls um 17.00 Uhr startet in der Galerie Koenzen die „ITS Jazz Band“ ihren traditionellen Kultauftritt. Der Dortmunder Schlagzeuger, Elektroniker und Komponist Christoph Haberer stellt ab 18 Uhr im Wilhelm-Fabry-Museum an der Benrather Straße 32a sein neues Solo-Programm unter dem Titel „POLYRITMIA“, dem Namen seines aktuellen Solo-Albums, vor.
In der Stadtbücherei Hilden, am Nové-Mesto-Platz 3, präsentieren der Baritonsaxophonist Marcus Bartelt, einer der meistgefragten Baritonsaxophonisten der (nicht nur) deutschen Jazzszene und Martin Sasse, einer der derzeit auffälligsten deutschen Pianisten, mit ihrem Quintett um 19.30 Uhr das Programm „Into the Blue“. Der nimmt das Konzert auf.
Den krönenden Abschluss der 16. Hildener Jazztage markiert Gitarrenvirtuose Ralph Herrnkind mit seiner Gruppe Herrnkind. Bei ihrem Auftritt sitzt kein Geringerer als Julius Pastorius, der Sohn von Jaco Pastorius, einem der Großen des Jazz, an den Drums. Auch dieses Konzert schneidet der WDR 3 mit.
Festival-Historie: Vor 16 Jahren - 1996 – wagten die Stadt Hilden und die Firma Sensitive Colours erstmalig das Experiment einer „Private Public Partnership“. Ein Experiment kann man das Festival schon lange nicht mehr nennen: Mehr als 2000 Jazzmusiker aus allen Kontinenten gastierten seitdem in der Itterstadt. Finanziert durch die Stadt Hilden, die Sparkasse HRV, die Stadtmarketing GmbH, die Stiftung Sport und Kultur und einer Reihe erstklassiger Sponsoren haben sich die Hildener Jazztage nachhaltig in der deutschen Veranstaltungslandschaft etabliert. |